Während man in Slowenien in der Mitte des vergangenen Monats einen Gesetzesentwurf bezüglich der Legalisierung von Cannabis für den Privatgebrauch vorstellte, hat das Parlament im gleichen Zeitraum ein Gesetz verabschiedet, dass die Medizinalhanfnutzung erlaubt.
Zuvor hatte Slowenien keinen speziellen Rahmen betreffend der heimischen Produktion von medizinischem Cannabis, obwohl Cannabis bereits 2017 als eine Substanz mit potenziellen medizinischen Verwendungsmöglichkeiten eingestuft wurde.
Aus diesem Grund musste medizinisches Cannabis bislang stets importiert werden.
Jetzt änderte man diese Herangehensweise und führt ein streng reguliertes System ein, dass zwar lizenzierten pharmazeutischen Herstellern den Anbau unter strenger staatlicher Aufsicht erlaubt, die Produktion seitens Privatpersonen aber nicht gestatten wird.
JAZMP überwacht das Geschehen
Wie die Slovenia Times berichtet, wird von der slowenischen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte (JAZMP) die Lizenzvergabe verwaltet, wobei nur Unternehmen eine Genehmigung erhalten sollen, die bereits eine Lizenz zur Herstellung von Arzneimitteln oder pharmazeutischen Wirkstoffen besitzen.
Auch werden die Ausfuhr- und Einfuhrgenehmigungen von der Arzneimittelagentur überwacht, während die Produktionsmengen im eigenen Land begrenzt werden sollen.
Ähnlich wie derzeit in Deutschland kann medizinisches Cannabis von Ärzten für jede mögliche Erkrankung verschrieben werden, doch sind die Rezepte auf eine Monatsration limitiert. Auch müssen die Patienten mindestens einmal im Jahr zu einer Untersuchung erscheinen, um eine weitere Behandlung mit dem natürlichen Arzneimittel möglich zu machen.
Insgesamt wird Cannabis und der psychoaktive Hauptwirkstoff THC weiterhin auf der Liste der verbotenen Drogen in Slowenien stehen und der Einsatz nur unter offizieller medizinischer oder wissenschaftlicher Genehmigung erlaubt sein.
Genauere Regeln
Die Herstellung von Medzinialhanf und Arzneimitteln auf Cannabisbasis unterliegt selbstverständlich wichtigen Qualitätsmerkmalen, die von allen Anbietern eingehalten werden müssen.
So zählen beim Anbau und der Verarbeitung für alle Produzenten die Standards der CACP, der GMP und der Europäischen Pharmakopöe – ein Arzneibuch, das Vorschriften zur Qualität, Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln, pharmazeutischen Hilfsstoffen und einzelnen Medizinprodukten enthält.
Auf diesem Weg kann gewährleistet werden, dass Patienten nur hochwertige und sichere Produkte erhalten. Im regulierten medizinischen und wissenschaftlichen Bereich werden Cannabis (Pflanze, Harz, Extrakte) sowie THC aus der slowenischen Liste der verbotenen Substanzen im Rahmen eines Regierungsmandats innerhalb von 90 Tagen gestrichen.
Um sich als Patient vor noch geltenden Strafen schützen zu können, erhalten zugelassene Patienten beim Abholen ihrer Medizin eine „Cannabis-Karte“, die bei Kontrollen vorgezeigt werden kann.
Ziel des Gesetzes ist es eine stabile und kontinuierliche Versorgung mit Cannabis über Apotheken, lizenzierte Großhändler und Gesundheitsdienstleister zu gewährleisten und die Abhängigkeit der Patienten von Importen wie unregelmäßigem Zugang zu minimieren.
Am 20. August 2025 trat das Gesetz in Kraft.
Folgende Entwicklungen
Der Gesundheitsminister Sloweniens muss jetzt innerhalb von sechs Monaten detailliertere technische Bedingungen und Methoden zur Sicherung der Räumlichkeiten festlegen.
Dazu zählen auch die Bedingungen für die Erteilung einer Produktionsgenehmigung, die Übertragung der ersten Produktionsphase an den Hersteller und detailliertere Bedingungen für die Überwachung der Produktion.
Innerhalb dieser sechs Monate werden auch detailliertere Voraussetzungen für die Erteilung einer Vermarktungsgenehmigung und wichtige Aspekte für die Überwachung des Handels nötig.
Die Vorschriften zur Klassifizierung, Verschreibung und Abgabe von Humanarzneimitteln gehören vom Gesundheitsminister innerhalb von 90 Tagen mit dem neuen Gesetz harmonisiert, während das JAZMP innerhalb von 18 Monaten die technischen Voraussetzungen für die Erstellung und Pflege elektronischer Aufzeichnungen schaffen muss.
Gerechnet wird seitens Branchenbeobachtern, dass der Cannabismarkt in Slowenien jährlich bis zu 4 Prozent Wachstum erleben könnte und im Jahr 2029 eine Wert von 55 Millionen Euro erreicht.
Das slowenische Medizinalhanfgesetz trat 15 Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt am 20.08.2025 in Kraft, für das 50 Parlamentarier mit Ja stimmten und 29 Personen dagegen. Es wird berichtet, dass insbesondere linksliberale Koalitionsparteien für das Ergebnis verantwortlich seien und es die konservative Opposition nicht befürwortete.














